Lapierre PXR Racing kämpft sich durch La Thuile
Die Premiere des UCI Mountain Bike World Cups in La Thuile hatte es in sich. Steile Anstiege, technisch anspruchsvolle Abfahrten und dichte Staubwolken machten den neuen Austragungsort in den italienischen Alpen zu einer der härtesten Herausforderungen der bisherigen Saison. Für das Lapierre PXR Racing Team war es kein einfaches Rennwochenende – aber eines, das eindrucksvoll den Kampfgeist und die Stärke des Teams unter Beweis stellte.

Starker Auftakt im Short Track
Bereits am Freitag wartete mit dem XCC ein intensiver Auftakt, bei dem es vor allem darum ging, sich eine gute Ausgangsposition für das Cross-Country-Rennen am Sonntag zu sichern. Auf dem schmalen, schnellen Kurs mit nur wenigen Überholmöglichkeiten waren Übersicht und kluge Entscheidungen gefragt.
Nicole Koller überzeugte erneut mit einer starken Leistung und belegte Rang fünf. Damit sicherte sie sich einen Platz in der ersten Startreihe für das Hauptrennen. Anne Terpstra wurde 13., Caroline Bohé 18. – alle drei Fahrerinnen des Lapierre PXR Racing Teams starteten somit am Sonntag aus den ersten drei Reihen.
„Ich war heute zufrieden. Ich spüre mein Bein zwar noch manchmal, was mich etwas nervt, aber ich glaube nicht, dass es mich wirklich einschränkt“, sagte Anne Terpstra nach dem Rennen.
Auch Anton Cooper zeigte eine konzentrierte Leistung und kämpfte sich auf dem neuen, anspruchsvollen Kurs durch das dichte Fahrerfeld.
Ein Rennen gegen Staub und Hitze
Am Sonntag präsentierte sich die Strecke von ihrer härtesten Seite. Mit jeder Runde nahm der Staub zu, die Sicht wurde schlechter und die ohnehin technischen Abfahrten entwickelten sich zu einer echten Herausforderung. Das olympische Cross-Country-Rennen wurde zu einem Kampf gegen die Bedingungen.
Nicole Koller bestätigte einmal mehr ihre starke Form. Sie hielt sich über weite Strecken in den Top Ten und überquerte schließlich als Neunte die Ziellinie.
„Es war ein harter Tag. Irgendwie hatte ich heute nur ein Tempo, das nicht gereicht hat, um ganz vorne mitzufahren. Außerdem habe ich nie richtig meinen Rhythmus gefunden. Trotzdem freue ich mich über einen Platz in den Top Ten“, erklärte Koller.
Anne Terpstra absolvierte ein konstantes Rennen und brachte Rang 15 ins Ziel – ein solides Ergebnis unter schwierigen Bedingungen.
Für Caroline Bohé verlief das Rennen deutlich unglücklicher. Nach einem schweren Sturz auf der anspruchsvollen Strecke kämpfte sie sich dennoch zurück ins Rennen und erreichte als 35. das Ziel. Die wichtigste Nachricht: Sie blieb trotz des heftigen Aufpralls unverletzt.
Tobias Lillelund bestätigt seine starke Entwicklung
Nachdem Tobias Lillelund bereits beim vergangenen Weltcup mit seinem bislang besten Karriereergebnis überzeugt hatte, knüpfte er auch in La Thuile an diese Leistung an.
Mit Platz 24 fuhr er erneut in die Top 25 und unterstrich damit seine kontinuierliche Entwicklung auf höchstem internationalem Niveau.
„Es war heute wirklich schwierig, aber ich freue mich über ein konstantes Rennen und einen weiteren Platz unter den besten 25“, sagte Lillelund.
Für Anton Cooper verlief das Wochenende dagegen erneut nicht nach Plan. Gemeinsam mit dem Team wird er die kommenden Tage nutzen, um die Ursachen zu analysieren und den Blick auf die nächsten Rennen zu richten.

Der Blick geht nach vorn
Nicht jedes Rennwochenende endet mit Podestplätzen oder persönlichen Bestleistungen. Manchmal zeigt sich die wahre Stärke eines Teams darin, auch schwierige Situationen gemeinsam zu meistern.
Teammanager Thomas Wickles brachte es nach dem Rennen auf den Punkt:
„Es war ein schwieriger Tag für uns. Aber wenn das unser schwächstes Wochenende der Saison war, zeigt das, wie hoch unser eigenes Niveau inzwischen ist. Natürlich ist niemand komplett zufrieden, aber das Wichtigste ist, dass nach einigen heftigen Stürzen alle grundsätzlich in Ordnung sind. Darauf bauen wir jetzt auf und richten den Blick nach vorne.“
La Thuile hat Fahrerinnen, Fahrer und Material gleichermaßen gefordert. Lapierre PXR Racing verlässt Italien mit wertvollen Erkenntnissen, neuem Antrieb und der Überzeugung, beim nächsten Weltcup wieder anzugreifen.
